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Ausklang des ersten Halbjahres
Im ersten Halbjahr hat der Kirchenchor St. Joseph Erstaunliches geleistet. Nicht nur, daß er mit der Musica sacra die Gottesdienste der Gemeinde vielfach mitgestaltet hat. Er hat darüber hinaus wiederum in der Rotunde auf dem Petersberg ein sehr erfolgreiches Konzert unter dem Motto „Holder Frühling“ durchgeführt. Erstmals lag die Organisation des Konzerts ganz allein beim Chor, es ging wider Erwarten gut. Deshalb an dieser Stelle ein ganz herzlicher Dank an alle Verantwortlichen, den Sängern und Sängerinnen sei in besonderer Weise gedankt für das engagierte Mitmachen – auch bei allen zusätzlichen Proben. Ein besonderer Dank sei auch unserem Chorleiter Edgar Zens gesagt. Ohne ihn wäre der musikalische Erfolg nicht möglich gewesen. Man traf sich am 19. Juni zum wohlverdienten Halbjahresabschluß im Brückenhofmuseum in Oberdollendorf. Vielen von uns war sicher nicht bewußt, welch ein museales Kleinod sich in diesem Königswinterer Ortsteil befindet. Unter sachkundiger Führung des Museumsleiters Lothar Vreden erhielten wir einen nachhaltigen Eindruck vom jüdischen Leben in Königswinter im Rahmen der gleichnamigen Sonderausstellung, das der Nationalsozialismus ausgelöscht hat. Günther Steeg, ein Zeitzeuge, berichtete sehr zurückhaltend, gleichwohl aber doch den Zuhörer zutiefst beindruckend, von Verfolgung und Leiden seiner jüdischen Vorfahren Levy in Oberdollendorf. Im Mittelpunkt standen dabei sein eigenes Schicksal und das seiner Mutter. Dieter Mechlinski verstand es, einfühlsam mit der Geschichte des einst bedeutenden Königswinterer jüdischen Mitbürgers Ottmar E. Strauss bekannt zu machen. Er hat nach dem ersten Weltkrieg mit seiner Strauss-Stiftung vielen notleidenden Menschen geholfen. Er selbst verlor wegen der nationalsozialistischen Machenschaften in den 30er Jahren sein gesamtes Vermögen und verstarb völlig verarmt 1940 in den Vereinigten Staaten. Einen zusammenfassenden Einblick in das jüdische Leben der Stadt Königswinter bis zum Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft vermittelt kenntnisreich Lothar Vreden anhand der reichhaltigen Exponate. Ganz besonders beeindruckten die Thora-Rolle, die „Heilige Schrift der Israeliten“ (in deutscher Sprache) von Ludwig Philippson und ein ganz seltenes jüdisches Gebetsbuch, das in einer Dollendorfer Scheune stark beschädigt gefunden wurde und restauriert werden konnte. Der Besuch im Brückenhofmuseum hinterläßt sicher einen nachhaltigen Eindruck und wird sicher Veranlassung geben, sich diese Sonderausstellung noch einmal in Muße anzusehen, aber auch darüber hinaus das Museum als künftigen Merkpunkt kultureller Aktivitäten einzubeziehen. Mit fröhlichen Gesprächen und kulinarischen Genüssen aus Küche und Keller des Gasthauses Lichtenberg in Oberdollendorf fand das eindrucksvolle Programm, das der Chor zu seinem Halbjahresausklang gewählt hatte, seinen Abschluß. Ein kleiner Wehrmutstropfen allerdings war, daß sich nicht alle Sängerinnen und Sänger beteiligen konnten.
Wiederbeginn der Chorproben: 7. August 2007
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