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Der Kirchenchor St. Joseph feiert Karneval

Am 29. Januar 2008 war es wieder einmal soweit. Der Kirchenchor St. Joseph feierte in dem festlich geschmückten Pfarrheim der Gemeinde seinen bereits zur Tradition gewordenen Karneval. Man sah keine ernsten Gesichter, sondern nur fröhlich ausstaffierte Chorjecken. Und dann ging es Schlag auf Schlag in die Bütt. Marliese Weyler bekannte sich als "fleißige Frau" und erntete viel Beifall. Dann kam Maria Meurer als Kirchenmaus, die feinsinnig und mit einem Quentchen Ironie sich mit Vergangenheit, aber auch Zukunft unseres Chores auseinandersetzte. Was ihr dabei einfiel, ist nicht nur bedenkenswert, sondern auch überaus lesenswert.

Franz Bellinghausen beklagte in seinem Beitrag das Altwerden der Männer; wir fühlten uns alle betroffen und hatten Mitleid mit uns.

Unser Sechserfrauenkabarett A. Otzipka, Th. Hovenbitzer, R. Dick, M. Lichtenberg und I. Schniggenberg hatte sich von M. Weyler zu einem Rotweinbowle-Umtrunk einladen lassen. Bevor sie jedoch ihren Gästen die Gläser einschenken konnte, mußte sie dem Pfarrer mit einem Frühstücksbrotpaket nachjagen. Inzwischen taten sich ihre Gäste an einer vermeintlichen Bowle gütlich. Ein gelungener Sketch!

Dann ergötzte unser noch sehr junges Chormitglied Hannelore Heinrich die Jecken mit ihrem Brief an den Kurgast. Albert Noltemeier setzte den Spaß fort mit drei Stegreifgeschichten von Günther und Mandy. Alle durften über die beiden Figuren Günther und Mandy herzlich lachen.

Den Schlußakkord setzte das Barocksextett (M. Weyler, A. Noltemeier, M. und N. Lichtenberg sowie M.-Th. und R. Schiefer). Pantomimisch wurde mit Geigen, Baß, Cello und Flöte “große” Musik gemacht. Rundfunk- und Staatsorchester hätten hier Gelegenheit gehabt, begabten Nachwuchs zu rekrutieren.

Eine gelungene Karnevalsfeier - schon jetzt freut sich die Chorfamilie auf die Fortsetzung im kommenden Jahr!

karneval2008

Fastnachtsansprache für den Kirchenchor St. Joseph am 29. Januar 2008
verfaßt und vorgetragen
von unserer unnachahmlichen Archipoeta laureata Maria Meurer

Kirchenmaus werd' ich genannt und bin im ganzen Land bekannt. In St. Josef bin ich lang zu Haus ',
hier leb' ich und geh' hier ein und aus.
Da drinnen ist es ruhig und still, den ganzen Tag passiert do nit vill.
Aber im Pfarrheim, da geht' s rein und raus, es gibt viel zu sehen für eine Kirchenmaus.

Die Stimmen des Chors erklingen aus dem Raum, doch die Maria Meurer hört man kaum.
Mit großen Augen und mit geöffnetem Mund, so sollten wir singen, dies gab Edgar kund.
Doch Maria hat vor sich hin geträumt, den Mund zu öffnen total versäumt.
Der Edgar weiß nitt, daß dat ming Image ist, in meinem Alter man fast alles vergißt.
Mit geschlossenem Munde kann man kein falsch' Tönchen singen, man weiß sonst nit, kütt et von vorne oder von hingen.

Man hörte und man glaubt es kaum, der Weihnachtsmarkt, der war ein Traum. Von Mittag sollte es gehen bis zehn, zu der Zeit müssen die Sänger ins Bettchen geh' n.
Dann war das ganze bis um acht, das hat dann auch nicht viel gebracht.
So viel Menschen, die gerne singen, ist es schwierig unter einen Hut zu bringen.
Die Marliese hat dann kurz entschlossen, den Weihnachtsmarkt schnell abgeschlossen. So war es, wie es jedem gefällt, mir hatten damit keine Arbeit, aber auch kein Geld.

Der Nikolaus ist ein guter Mann, der uns auch vieles sagen kann Von Ort zu Ort rennt er besessen,
ich denke, der hätt' uns seit Jahren vergessen.
Ich glaub', dem müssen wir ein Navi schenken, daß er hin zu uns seine Schritte kann lenken, sonst bringt er das Süße, das uns soll gehören, wieder zu den anderen Chören.
 
Ein jeder hat auf dieser Erden, so hin und wieder mal Beschwerden.
In guten wie in schlechten Tagen hat jeder schon sein Kreuz zu tragen.
Erwähnt sei es nun mal am Rande, zwei die tragen es am Bande.
Die Elisabeth ruhig und gelassen, der andere Franz Dampf in allen Gassen.
Elisabeth trägt es schon seit Jahren, Franz dagegen ist noch unerfahren.
Eigentlich müßt' der Orden sing Frau han, die war doch Tag und Nacht ohne Mann.
Der Franz der kann nicht ruhig sitzen, der würd' noch im Rollstuhl durch die Gegend flitzen.
Während der sich in Vereinen und Vorständen explizieret, dät die Resel zu Haus die vier Wände studieren,
mußte auf Haus, Hühner und Kinder aufpassen, der Franz sah das Ganze total gelassen.
In der Nacht er müde ins Bettchen fiel, morgens war er schon wieder fett und mobil.
“Mist, ich hab das vergessen, wie kann dat sinn, Resel, wo moß ich dann jetzt noch hin"?
Viele Jahre haben wir mit Franz Spaß gehabt und gelacht, das hat dem Chor so viel gebracht.
Er hatte Ideen und setzte sie um, es gab kein „Aber“ oder „Warum".

Der Zug durch die Gemeinde, daß war der größte Spaß, der war so gut wie ein Ablaß vom Papst.
Bei Rhein in Flammen im Schiff auf dem Rhein, im Milowitsch und im Hänneschentheater durften wir sein, bei Hollyday on Ice und Philharmonie, diese Augenblicke vergessen wir nie. Sogar das Brauhaus durften wir studieren, wir durften sogar das Bier probieren; der Weihnachtsmarkt und der Kölner Dorn oder die mehrtägige Fahrt nach Rom.

Das Lustschloß in Brühl stand auf der Liste, früher man sich auch nicht nur herzte und küßte.
Hätt' ich gewußt, daß dies nur einmal passiert, dann hätte ich mich mehr dafür interessiert.
Der Willi Joliet, der Jung us Kölle, der kann uns über die Stadt ganz vill verzelle.
Der hät' für die Fahrten die Stadtpläne und Informationen organisiert, er hat alles beschrieben und dann fotokopiert.
Der Willi und der Franz, die hatten zum Organisieren Talent, so perfekt man das heute überhaupt nicht mehr kennt.
Denn wer noch nie ist dagewesen, der kann doch alles im Internet lesen.

Wenn wir es hier nicht bald lassen krachen, werden sie aus dem Pfarrheim ein Altenheim machen.
Auf dem Berg ganz idyllisch gelegen, und nebenan gleich der kirchliche Segen.
Der Chor muß bald einen Kostenbeitrag leisten, sonst sitzen wir wie Heisterbacherrot bald in der Sch...

Dinge, die uns einmal erfreut, hab ich gesteckt in diese Dose, was daraus kommt, ist nur eine kleine tote  Hose.
Jedes Jahr in der Adventszeit singen wir hoch erfreut in einem Seniorenheim für ältere Leut' .
Unsere Frau Zeh, die wohnt schon seit Monaten dort und will da nicht mehr wieder fort.
Das Kloster Heisterbach ist sehr ruhig gelegen mit schönem Park und asphaltierten Wegen.
Wenn wir dort noch ein paar Jährchen singen, werden sie uns auch noch ins Bettchen bringen.
Hier hat man keinen Streß und seine Ruh' und abends deckt uns eine Schwester zu.
Im Nu da geht es eins zwei drei, dann haben sie ein paar Betten frei.
Nee, dann laßt uns lieber in Augustin bei den Paters singen, die waren froh, als wir nach zwei Stunden gingen.

Nun halt Euch gesalzen und dot schön singen, ich muß schnell in ming Kathedrale rin springen.
Ich bin hier nicht mehr gefragt, sonst gibt es hier eine Mäusejagd.

Strüch Alaaf! ! ! !