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Pünktlich um 7.00 Uhr verließ die frohgelaunte Chorfamilie in einem modernen Reisebus der RSVG Thomasberg, um die von Resi Dick und Anita Weyler mit Akribie und großem Engagement vorbereitete Reise nach Mainz anzutreten. An der Autobahnraststelle Medenbach West legte man eine dreiviertelstündige Rast ein. Alle, die es wollten, labten sich an schmackhaft vorbereiteten Brötchen. Der dazu gereichte Kaffee tat allen gut. Wie vorgesehen, erreichten wir dank unseres besonnenen Fahrers, Herrn Neufeld, die Mainzer Kirche St. Stephan pünktlich gegen 10.00 Uhr. Unmittelbar nach dem Eintreffen begann das Einsingen, denn wir wollten die um 11.00 Uhr beginnende gottesdienstliche Feier musikalisch mit der “Missa brevis in C, Nr. 7” von Charles Gounod und mit Willy Trapps „Lobt den Herrn der Welt“ gestalten. Beide Musikvorträge gelangen zur vollen Zufriedenheit unseres Chorleiters. Im Anschluß an die Meßfeier bot Siegfried Kirsch eine Einführung in die von Marc Chagall sowie von Charles Marc gestalteten Fenster der Kirche. Es sind 21 Fenster, die das Innere der Kirche mit geheimnisvollen Lichtstrahlen ausleuchten. Der frühere Pfarrer an St. Stephan, Monsignore Klaus Mayer, stellte den Kontakt zu Marc Chagall (1887- 1985) her, um ihn für die Neugestaltung der Fenster des Ostchores zu gewinnen. Bis kurz vor seinem Tode im Jahre 1985 setzte Chagall in neun von ihm gestalteten Fenstern alttestamentarische biblische Motive um. Mit seinen Fenstern verband Chagall mehrere Vorstellungen. Er wollte ein Zeichen für die deutsch- französische Freundschaft setzen. Ein weiteres war für ihn die Verdeutlichung der engen Verbundenheit zwischen Judentum und Christentum. Überdies wollte er mit St. Stephan eine Friedenskirche stiften und damit den Auftrag wiederholen, den der Begründer der Kirche, der 975 zum Erzbischof von Mainz gewählte Willigis (um 940-1011) formuliert hatte, als er den Priestern seines Kollegiatstiftes an St. Stephan befahl, fürderhin für den Frieden zu wirken. Die Chagall-Fenster sind natürlich nicht das einzig Beeindruckende an St. Stephan. Mit eindringlichen Worten brachte Siegfried Kirsch die Geschichte seiner Kirche den Zuhörern nahe. St. Stephan wurde 990 auf Anregung Kaiser Ottos III. (983-1002) von Willigis als „Stätte des Reiches" für den Frieden errichtet. Die ursprüngliche Stiftskirche - eine doppelchörige Basilika im ottonisch-vorromanischen Stil - stand auf einer früheren römischen Wohnsiedlung. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts errichtete man auf dem vorhandenen Fundament den gotischen Neubau als dreischiffige Hallenkirche, deren Bauzeit mit Hilfe vorhandener Dokumente auf den Zeitraum von 1290-1340 datiert werden kann. Der 27. Februar 1945 bedeutete für die Kirche einen tiefgreifenden Einschnitt. Sie wurde von alliierten Bomberverbänden ebenso zerstört wie große Teile der Stadt Mainz. Unersätzliche Kulturwerte gingen für immer verloren. Knapp eine Stunde blieb den Sängern, sich für die um 14.30 Uhr beginnende Stadtführung fit zu machen. Mit Frau Erica Rommeiss und Herrn Theo Stiegelmaier standen uns zwei außerordentlich kompetente Stadtführer zur Seite. Sie machten die mehr als 2000 Jahre alte, aus römischer Wurzel erwachsene Stadt Mainz für alle zu einem Erlebnis. Einen Höhepunkt bot zweifellos der Besuch der großartigen Mainzer Bischofskirche St. Martin. Spürbar waren der Glanz und die Macht besonders in diesem Kirchenraum, die einst die Mainzer Metropoliten als Erzkanzler des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation verkörperten und ausstrahlten. Ein zufriedener Chor begab sich dann zur abschließenden Etappe der ereignisreichen Reise in die Steffensbrauerei nahe der Stadt Linz. Mit schmackhaften Speisen, kühlen Gertränken und guten Gesprächen klang die Reise aus. Wohlbehalten kehrte die Chorfamilie gegen 22.00 Uhr nach Thomasberg zurück. Die Reiseeindrücke werden für lange Zeit nachhaltig wirken. Unseren Reiseorganisatoren, Resi Dick und Anita Weyler, sei ganz herzlich für die von ihnen aufgewandten Mühen gedankt.
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